05. August 2011 - Fränkischer Tag, Zeil

Vier junge Burschen aus Untereuerheim laufen mit Bollerwagen, Blasmusik und Hut durch Franken. Das Abenteuer wartet an jeder Ecke, unter anderem im Zeiler Biergarten.

 "Wie weit wir kommen, liegt auch darin, wie viel wir spielen und wie viele Münzen in unseren Hut wandern", erzählt Konstantin Eckert. Gemeinsam mit Lorin Hümpfer, Christoph Riegler und Maximilian Weber hat der 20-jährige Student am Morgen daheim in Untereuerheim seine sieben Sachen in den Bollerwagen gepackt.

"Die Natascha (so heißt das Vehikel) trägt schwer für uns: Töpfe, Pfannen, Kartoffeln, Klappspaten, die Instrumente und viel Wasser", erzählt der 18-jährige Lorin, der bei der fränkischen Straßen- und Wirtshausmusik mit seiner Teufelsgeige den Rhythmus vorgibt. Die vier Freunde tragen Hüte. Gegen die Sonne und für den Look auf ihrer musikalischen Fußwallfahrt durch Franken. "Blasmusik und Wandern - da kommst Du wirklich mit jedem ins Gespräch", erzählt Konstantin, der bei der Truppe das Tenorhorn bläst. Das Leben als Musiker und Vagabund sei "Freiheit pur", schwärmt er.

Aus dem Kindergarten

Die vier Freunde kennen sich schon aus dem Kindergarten. "Wir sind mit Blasmusik aufgewachsen und lieben einfach die fränkischen Tradition", sagt der 18-jährige Christoph Riegler. Fränkische Tradition: Dazu gehört auch der Biergarten, den das Männerquartett mit weiblicher Begleitung in Zeil erreicht. Bestaunt von den Gästen.
Die ersten zwei Radler-Maß leeren sich im Nu. Die Gäste im Biergarten warten auf den Auftritt und werden langsam ungeduldig. Also raffen sich die vier Freunde wieder auf. Die Instrumente werden vom Bollerwagen entladen, und dann geht's los. Das Blech zwitschert, der Schellenbaum klimpert, und die Musikantenwanderer singen "Im schönen, schönen Steigerwald".

Der Hut füllt sich bei "Ro...sa...munde" (nicht der Bollerwagen; der heißt ja Natascha). Der Biergarten ist hin und weg. Holländische Radler lassen Fünf-Euro-Scheine springen und fordern "Tulpen aus Amsterdam" in der Eurumer Version. Die vier "Banditen" allerdings peilen erst einmal Bamberg an, das Wochenend-Ziel. Danach wollen sie weiter nach Lichtenfels und dort in den Zug zurück; nicht nach nirgendwo, sondern nach Untereuerheim.