4. Februar 2014 - Mainpost, Schweinfurt

Band-Serie "Backstage": Bands und Solomusiker aus der Region stellen sich vor

"Früher hätt's des ned gehm!" Unter diesem Motto mischen die Eurumer Banditen, die sich schon aus Kindergartenzeiten kennen, seit nunmehr vier Jahren die fränkische Blasmusik-Szene auf. Wer jetzt allerdings an Musikantenstadl denkt, der befindet sich auf dem Holzweg: Die "Straßen- und Wirtshausmusik" der vier Jungs aus Untereuerheim (Landkreis Schweinfurt) ist in erster Linie frisch, jung und lustig – kurzum: einfach anders. Egal ob "Lumperliedli", Schlager oder auch moderne Jazz- und Rock-Nummern: Die Eurumer Banditen spielen das, was ihnen gefällt und zwar auf ihre eigene Weise. Dass sie bei der Interpretation auch gerne mal unkonventionelle Wege gehen, zeigt sich schon bei ihrer Instrumentierung: Tenorhorn, Posaune, Saxophon und Teufelsgeige gehören zum Repertoire des unterfränkischen Quartetts.
Doch die Banditen wären nicht sie selbst, wenn sie "nur" Musik spielen würden: Vor allem ihre frech-fröhliche Art und die original fränkische "Schlappgoschn" machen sie zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Wir haben mit der Band über Lieblingssongs, Zukunftspläne und besondere Erlebnisse gesprochen:

Was sind eure Lieblingsbands und Lieblingssongs? Und welche eurer eigenen Stücke findet ihr besonders dufte?
Eurumer Banditen: Jeder von uns hat seinen eigenen Musikgeschmack und so haben wir vier auch ganz unterschiedliche Lieblingsbands. Privat hören wir zum Beispiel Johnny Cash, Earth, Wind & Fire oder Ray Charles. Darüber hinaus hören wir natürlich gerne progressive Blasmusik, wie beispielsweise von Kellerkommando, Moop Mama oder LaBrassBanda. Aber auch Rock der härteren Gangart, von Punk bis Metalcore, gefällt uns gut. Kurzum: Wir sind musikalisch "omni-interessiert".
Von unseren eigenen Kompositionen und Neuinterpretationen gefallen uns vor allem die Songs "Natalie", "Hit The Road Jack", "Hinter der Garage", "Smoke On The Water" oder "Bauramädle".

Wo seht ihr euch in ein paar Jahren? Was sind eure Ziele?
Eurumer Banditen: Wo wir uns in ein paar Jahre sehen? In Film, Funk und Fernsehen.
Wir wollen auf jeden Fall noch so lange wie möglich für gute Stimmung auf Feiern und Festen sorgen und nie unsere Spontaneität verlieren. Ein Traum von uns wäre aber auf jeden Fall mal im Ausland, vielleicht sogar in "Übersee", zu spielen. Das wäre dufte!

Was war euer schönstes Erlebnis mit der Band? Und was ist mal richtig in die Hose gegangen?
Eurumer Banditen: Wir spielten im Sommer 2013 unter anderen bei einem Straßenmusikfestival. Nach unserem eigentlichen Auftritt, der schon sehr schön war, wollten wir eigentlich noch andere Bands aufsuchen. Mit unseren Instrumenten kamen wir aber in keine Lokale mehr, wohin sich die Konzerte aufgrund der vorangeschrittenen Uhrzeit verlagert hatten. So saßen wir am Straßenrand uns langweilten uns. Kurzerhand fingen wir wieder das Dudeln an und nach kurzer Zeit waren wir von einer riesigen Menschentraube umgeben. Bald war die Straße von singenden und tanzenden Leuten blockiert und wir spielten, bis uns die Lieder ausgingen. Das war der Oberhammer, vor allem, weil es so spontan war!
Schiefgegangen ist nicht wirklich etwas, allerdings bekamen wir in unserem ersten Jahr gleich die Möglichkeit, bei einem wichtigen Veranstalter und Auftraggeber vorzuspielen. Wir waren damals jedoch noch recht grün hinter den Ohren und spielten vor lauter Aufregung ziemlichen Murks. Glücklicherweise glaubte er trotzdem an unser Potential, förderte uns und ist bis heute ein guter Freund und Partner geblieben.
 
Wie würdet ihr euch und eure Musik beschreiben?
Eurumer Banditen: In erster Linie sind wir anders als andere (Blasmusik-)Gruppen. Der Grund dafür ist vielleicht, dass wir uns in kein Schema zwängen lassen. Wir picken uns gern von allem das heraus, was uns gefällt. Daraus machen wir unsere ganz eigene fränkische Blasmusik, ohne unsere Wurzeln in der hiesigen Volksmusik zu vergessen. Gerne trällern wir mal den halben Abend nur Volksweisen, um dann plötzlich unser Publikum mit einem unerwarteten Rock-, Jazz- oder Pop-Kracher zu überraschen. Darüber hinaus bestechen wir durch unseren lockeren Umgang mit dem Publikum, dem wir dank unserer Mobilität immer ganz nahe sind. Nichtsdestotrotz haben wir uns und unsere Musik aber nie zu ernst genommen. Wir wollen vor allem Spaß haben und machen!